Meine Geschichte

„Jede schwierige Situation, die du jetzt meisterst,
bleibt dir in der Zukunft erspart.“
Dalai Lama

Dieses Zitat passt perfekt. Wir haben in unserem Leben schon so viele schwierige Situationen gemeistert und sind daran gewachsen. Dafür können wir uns erst einmal selbst loben.

Ich möchte mich dir kurz vorstellen: mein Name ist Jana. Ich wurde als Baby adoptiert und werde auf dem Blog „AdoptedMind“ meine Geschichte, Erfahrungen und Erkenntnisse, zusammen mit Tipps für ein erfüllteres Leben, mit dir teilen. Ich arbeite als selbstständige Virtuelle Assistentin, betreibe diesen Blog und studiere seit Kurzem Erziehungsberatung. Mein Ziel ist es, Adoptiveltern und Adoptierten bei der Kindererziehung zu helfen. Als Erwachsene tragen wir die Verantwortung dafür, dass unsere Kinder bestmöglich aufwachsen. Für uns und unsere (zukünftigen) Kinder sollten wir die Vergangenheit aufarbeiten.

Meine Geschichte

Ich musste erst 28 Jahre alt werden und einige Herausforderungen in meinem Leben erfahren und verarbeiten, bis ich anfing, meine eigenen Verhaltensmuster zu hinterfragen. Zu dieser Zeit kam ein Mensch in mein Leben, der meine Welt komplett auf den Kopf stellte. Der mich erkennen ließ, dass es nicht darum geht nach außen möglichst erfolgreich, beliebt, geliebt oder perfekt zu sein, sondern ausschließlich um mich und mein persönliches Glück. Ein Spruch wird mir vermutlich immer im Gedächtnis bleiben: „Ich liebe dich, aber ich liebe mich mehr. Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben.“ Was sich damals für mich wie die schlimmste Zurückweisung anfühlte, kann ich mittlerweile mehr und mehr verinnerlichen.

Ich fing an mich mit mir selbst auseinanderzusetzen, las viel über Persönlichkeitsentwicklung, Selbstliebe und Achtsamkeit, versuchte mich in Meditation und Yoga und sprach mit einer Therapeutin. Meine Prioritäten änderten sich und es ging mir langsam besser. Ich merkte aber auch da schon, dass sich nie eine innere Ruhe einstellte.

Es wiederholten sich immer wieder bestimmte Themen, die mich komplett aus der Bahn warfen, ohne dass ich mir das erklären konnte. Es musste erst dieses verrückte Jahr 2020 kommen, bis ich, mithilfe meiner Therapeutin und einigen Büchern, anfing zu begreifen, dass die Adoption nicht nur ein kleines Kapitel aus meiner Vergangenheit ist, an welches ich mich nicht einmal erinnern kann, sondern dass es mich mein ganzes Leben schon begleitet und auch weiterhin begleiten wird. Egal in welchem Bereich es mal schwierig wurde, meine Verhaltensmuster waren immer die selben und zurückzuführen auf drei wesentliche Punkte: Verlustangst, Angepasstheit und Perfektion. Und genau das ist typisch für uns Adoptierte.

Wie ich meine Kindheit erlebte

Ich bin 1989 in Brasilien, direkt am Meer, geboren. Meine leibliche Mutter war damals 26 Jahre alt und bereits Mutter von acht Kindern. Sie konnte sich daher nicht mehr um mich kümmern und beschloss, mich zur Adoption freizugeben. So kam ich also mit 4 Wochen, zusammen mit meinen Adoptiveltern, die mich in Brasilien abholten, nach Süddeutschland.

Ich hatte eine schöne Kindheit mit liebevollen Eltern und engen Freund*innen. Dass ich adoptiert wurde war aber immer offensichtlich. Meine Eltern weiß, ich Schwarz. Die logische Schlussfolgerung meinerseits mit ca. 4 Jahren: „wenn ich groß bin, werde ich auch weiß“ 🙂 Bis zu meiner Einschulung war mir dann aber auch der wahre Grund bekannt und ich konnte auf die immer mehr werdenden Fragen eingehen. In meiner Erinnerung drehte es sich ständig um meine Hautfarbe und warum ich anders aussehe als meine Eltern. Ich war nur damit beschäftigt, die Neugier der Anderen zu befriedigen und ein persönliches Thema vor Fremden direkt auf den Tisch zu packen. Übrigens auch von Erwachsenen, bei denen ich mir im Nachhinein mehr Taktgefühl gewünscht hätte – besonders von Lehrer*innen. Vermutlich waren die vielen Fragen und Rechtfertigungen auch der Grund, warum ich mich damit, wenn ich alleine war, nicht weiter beschäftigte und mich mit anderen Dingen ablenkte. Auch mit meinen Eltern sprach ich eigentlich nie über das Thema. Ich wollte einfach nicht darüber nachdenken und „normal“ sein wie alle anderen.

Heute weiß ich, dass es kein „normal sein“ gibt, aber ich bin sehr froh darüber, eine andere Geschichte erzählen zu können und hoffe, dass ich Gleichgesinnte unterstützen kann.

Danke, dass du da bist <3
Jana

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